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Internationaler Welt-Autismus-Tag am 02. April

Hamburg - Gemeinsam Barrieren aufbrechen für Autismus - Teilhabeschranken abbauen! (Presseerklärung von autismus Deutschland e.V.)

 

Aufgrund der anhaltenden öffentlichen Diskussion auf europäischer Ebene, wie in einzelnen Ländern, wurde beschlossen, die Kampagne zum Weltautismustag 2017 im Jahr 2018 fortzusetzen.

 

Derzeit wird vor der Europäischen Kommission in Brüssel noch der "European Accessibility Act" verhandelt, der Menschen mit Beeinträchtigungen eine schrankenlose Teilhabe im öffentlichen Leben ermöglichen soll. In diesem Zusammenhang macht sich Autism Europe für die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Autismus stark und möchte die Öffentlichkeit für die Teilhabeschranken von Menschen mit Autismus sensibilisieren. Bis zum 2. April können Sie sich an der Kampagne von Autism Europe beteiligen, indem Sie auf bestehende Teilhabeschranken von Menschen mit Autismus über die sozialen Medien aufmerksam machen.

 

Autism-Europe und autismus Deutschland e.V. fordern vereint: Gemeinsam Barrieren aufbrechen für Autismus – Teilhabeschranken abbauen!

 

Am Weltautismustag vom 2. April 2017 startete der Bundesverband autismus Deutschland e.V. gemeinsam mit dem europäischen Dachverband Autism-Europe die zweite Phase seiner europaweiten Kampagne „Gemeinsam Barrieren aufbrechen für Autismus“ starten. Die erste Phase diente dazu, über das Thema „Barrierefreiheit für Menschen mit Autismus“ zu informieren und Menschen dafür zu sensibilisieren, was Teilhabeschranken für Menschen mit Autismus und ihre Familien in der Regel bedeuten. Zum Weltautismustag soll die Kampagne nun als Aufruf zum Handeln aller Entscheidungsträger, Dienstleister, Geschäftsführer und die Gesellschaft als Ganzes erreichen. Es muss alles dafür getan werden um bestehende Barrieren zu beseitigen und unsere Gesellschaft dafür zu öffnen, Menschen im Autismus-Spektrum umfassend in die Gesellschaft einzubeziehen.

 

Derzeit steht das Thema „Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen“ weit oben auf der EU-Agenda. Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene „European Accessibility Act“ wird derzeit politisch verhandelt. Das Gesetz soll Mindestanforderungen an die Zugänglichkeit für eine Reihe von Produkten und Dienstleistungen in der gesamten Europäischen Union festlegen. Darüber hinaus markierte der 30. März 2017 auch den 10. Jahrestag der Unterzeichnung des UN-Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechts-konvention). In Artikel 9 des Übereinkommens heißt es insbesondere, dass die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass Personen mit Behinderungen Zugang zur physischen Umwelt, dem Transport, der Information und Kommunikation einschließlich der Informations- und Kommunikationstechnologie und anderen Einrichtungen und Diensten erhalten, die öffentlich zugänglich sind.

 

Es ist daher ein wichtiger Zeitpunkt um die Bedürfnisse an Teilhabe von Menschen mit Autismus in den Vordergrund zu stellen. Zwar soll das europäische Barrierefreiheitsgesetz nicht in technischen Einzelheiten vorschlagen, wie ein Produkt oder eine Dienstleistung zugänglich ist, jedoch sieht es die Entwicklung von Normen oder technischen Durchführungsmaßnahmen vor, wo immer mehr Details erforderlich sind. Darüber hinaus sollte Barrierefreiheit und universaler Zugang für die Vertragsstaaten der UN-BRK ohnehin von zentraler Priorität sein.

 

Für seine diesjährige Kampagne zur Beseitigung gemeinsamer Barrieren suchte AutismEurope daher nach Teilhabeschranken, denen sich Menschen im Autismus-Spektrum gegenübersehen. In der ersten Phase der Kampagne, die vor dem Weltautismustag am 2. April lief, bat Autism Europe Menschen mit Autismus sowie deren Familien, Erfahrungen mit Barrieren, denen diese gegenüberstehen, zu teilen. Die Teilnehmer waren eingeladen, Fotos oder Videos von sich selbst zu teilen, in denen sie mit einem Banner oder einem Zettel in der Hand, mit einem Wort oder einer kurzen Beschreibung ihre größten Teilhabeschranken zu schildern.

 

Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre Barrieren symbolisch aufzubrechen, indem sie sich dabei fotografieren oder filmen, wie sie das gleiche Banner halten, bevor sie es symbolisch durchbrechen oder es z.B. in Stücke reißen. Darüber hinaus können alle Menschen Ihre Solidarität zeigen, indem sie ein einfaches Banner durchbrechen oder einfach nur das Kampagnenlogo halten. In diesem zweiten Stadium der Kampagne soll der globale Handlungsbedarf Entscheidungsträgern, Dienstleistern und Führungskräften in Europa deutlich gemacht werden. Durch die Kampagne soll die Öffentlichkeit aufgefordert werden, Barrieren für Autismus zur Kenntnis zu nehmen und mit autistischen Menschen, ihren Familien und deren Selbstvertretungs-Organisationen gemeinsam an der Beseitigung von Teilhabeschranken zu arbeiten.

 

Jüngste Studien deuten darauf hin, dass etwa ein Prozent aller Europäer mit Autismus leben und EU-weit ca. fünf Millionen Menschen betroffen sind. Autismus wird oft als „unsichtbare Behinderung“ bezeichnet, weil man sich oft auf den ersten Blick nicht darüber bewusst ist, dass eine Person autistisch ist. Das bedeutet auch, dass es schwierig sein kann, zu verstehen, was Barrieren für Menschen mit Autismus ausmachen. In der Gesellschaft ist daher mehr Bewusstsein und Verständnis dafür notwendig, zu erkennen, mit welchen Teilhabeschranken sich Menschen mit Autismus konfrontiert sehen und sich darüber bewusst zu werden, wie man diese Barrieren aufbricht, um die allgemeine Zugänglichkeit zu verbessern. Gemeinsam mit Autism-Europe ruft der Bundesverband autismus Deutschland e.V. am Weltautismustag dazu auf, sich der entscheidenden Bedeutung von allgemeiner Zugänglichkeit zu verpflichten und Barrieren für Autismus aufzubrechen. Dabei sind die,betroffenen Menschen aus dem Autismus-Spektrum ausschlaggebend. Ihre Erfahrungen anzuhören, ist der Schlüssel zum Verständnis der Hürden, denen sich Menschen mit Autismus noch gegenübersehen. Nur durch Zusammenarbeit wird es gelingen, diese Barrieren zu überwinden und eine Gesellschaft zu fördern, in der jeder eingeschlossen ist. Der „Weltautismustag“ am 2. April wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2007 zum weltweiten jährlichen Tag für die Bedürfnisse von Menschen mit Autismus erklärt. Autismus ist eine komplexe Störung, die das Gehirn betrifft. Dadurch werden die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten eines Individuums beeinträchtigt. Häufig sind diese noch verbunden mit oftmals ungewöhnlichen oder sich wiederholenden Verhaltensweisen und Interessen. Derzeit haben rund 1 von 100 Personen in der Europäischen Union eine Störung aus dem Autismus-Spektrum.

 

Autism-Europe aisbl (AE) ist eine internationale Vereinigung, deren Hauptziel es ist, die Rechte von Menschen mit Autismus und ihren Familien zu stärken und ihnen dabei zu helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern. AE sorgt für eine effektive Verbindung zwischen mehr als 80 Mitgliedern Autismus-Organisationen in mehr als 30 europäischen Ländern, darunter 26 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Regierungen und europäischen und internationalen Institutionen. Autismus-Europa ist Mitglied des Europäischen Behindertenforums und der „Social Platform“. 

 

Weltautismustag Social-Media-Campaign: Barrieren symbolisch aufbrechen

Um unsere Kampagne zu unterstützen, bitten wir alle, die sich engagieren wollen, Barrieren symbolisch aufzubrechen, indem sie auf einem Banner oder einem Zettel eine kurze Beschreibung dessen schreiben, was die Gesellschaft für Sie unzugänglich macht. Dann können sie fotografieren oder filmen, wie Sie Ihre Banner halten, bevor sie diesen selbst durchbrechen oder z.B. den Zettel in Ihrer Hand zerreißen. Weitere Informationen darüber, wie Sie sich engagieren, das Kampagnen-Toolkit lesen oder das Kampagnen-Banner herunterladen können, finden Sie unter: http://www.autismeurope.org/ Oder wenden Sie sich an AE Communications Officer: Cristina Fernández, Tel: +32 (0) 2 675 75 05, E-Mail: communication@autismeurope.org 

 

(Presseerklärung von autismus Deutschland e.V.)

Quelle: https://www.autismus.de/fileadmin/user_upload/PressemitteilungWAT2018.pdf

 

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